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Ohne Schlamm kein Lotus

(Thich Nhat Hanh)

Gehetzter Alltag – zu kurze Tage, für das, was alles erledigt werden muss – keine Zeit um Irgendetwas in Ruhe zu machen – kaum Zeit und Lust zum Spielen mit dem eigenen Kind – die Aufmerksamkeit schweift immer wieder ab – nie richtig bei der Sache sein – die Tage vergehen im Flug – viel Schlaf und doch immer müde….

30 Jahre alt und auf der Suche nach der Zeit. Zeit für mich, Zeit für meine Tochter.

Durch einen Zufall erzählte mir ein Freund damals, dass ihm Meditation durch eine sehr schwere Zeit hindurch geholfen hatte. Dieses Gespräch war der Auslöser dafür, dass ich mich plötzlich daran erinnerte schon als Kind eine Entspannungstechnik gelernt zu haben. Dieses Hilfsmittel begleitete mich eigentlich viele Jahre meiner Kindheit und Jugend, um Ruhe und Entspannung zu finden. Irgendwann schien es aber wohl zwischen Studium, eigener Familie, Haushalt und Arbeit verloren gegangen zu sein.

Zunächst wollte ich eigentlich nur herausfinden, was Meditation eigentlich ist.

Ich kaufte ein Buch über Meditation, las es und versuchte es einfach mal mit dem Meditieren. Mein Interesse wuchs und ich beschäftigte mich mehr damit und stieß an vielen Stellen auf das Stichwort ACHTSAMKEIT. Ich besuchte Seminare (Zertifikat), las noch mehr Bücher und verbrachte immer wieder etwas Zeit in buddhistischen Klöstern.

Die Meditation wurde für mich wie ein Schlüssel, der mir das Tor in ein ruhigeres Leben öffnen konnte und mich zu mir selbst zurückbrachte.

Meditation und Achtsamkeit in mein Leben zu integrieren, bedeutete zunächst:
Regelmäßiges Meditieren…zumindest es zu versuchen…10 Minuten am Tag.

Dabei blieb es nicht aus, dass auch meine Tochter bemerkte, das ich da etwas tat, das ich sonst nicht getan hatte. Sie wurde neugierig. Da sie erst vier Jahre alt war, beschränkte ich meine Erklärung darauf, dass ich einfach nur für ein paar Minuten ruhig da sitzen möchten.
Dieser Umstand wurde in der darauf folgenden Zeit von ihr mit sehr unterschiedlichen Reaktionen geahndet – von Wut darüber, dass ich nicht ansprechbar war, bis zu der Motivation selbst mitzumachen.
Es überraschte mich dann aber doch sehr als sie sich ganze 20 Minuten freiwillig(!) neben mich setzte und einfach nur mit mir da saß. Auch wenn dieses Ereignis nicht zur Gewohnheit wurde, gab es doch weiterhin immer wieder stille gemeinsame Momente.

Irgendwann entschied ich dann, meine Tochter zum ersten Mal zu einem Meditationsseminar für Familien mitzunehmen. Sie hatte Spaß mit anderen Kindern, lernte Neues und blieb neugierig.

Für mich war und ist es sehr hilfreich zu spüren,dass zum einen ich persönlich etwas in der Hand habe, um einen Weg zu mir finden zu können, um Gelassenheit und Zufriedenheit zu fördern.

Zum anderen hat es mich sehr bewegt, dass Meditation und Achtsamkeit auch schon bei Kindern ihre Wirkung entfalten kann. Daher wuchs das Bedürfnis in mir, meine Erfahrungen mit diesem Thema an andere kleine und GROSSE Kinder weiterzugeben.

Viele Auszeiten wünscht Euch
Melanie